Wähle etwas Alltägliches wie eine Kaffeetasse, ein Ticket oder Kopfhörer. Fotografiere frontal, von oben, auf Hüfthöhe, im Spiegel, und als Schatten. Notiere, welche Perspektive überraschend Charakter zeigt. Wiederhole morgen mit einem anderen Ding und vergleiche Serien, um Muster zu entdecken.
Stelle einen Timer auf sechzig Sekunden. Wähle in dieser Zeit drei unterschiedliche Motive: ein Detail, eine Linie, eine Totale. Erlaube dir keine zweite Versuchsrunde. Diese Begrenzung schärft Entscheidungen und schlägt Brücken zwischen Instinkt und bewusstem Aufbau während beengter Pendelmomente.
Suche unterwegs ausschließlich gelbe Dinge: Markierungen, Regenjacken, Leihfahrräder, Anzeigen. Baue drei Bilder mit unterschiedlichen Gelbtönen und Distanzen. Beachte, wie Gelb Aufmerksamkeit bindet und Geschichten leitet. Variiere an anderen Tagen mit Blau, Rot oder Grün und beobachte veränderte Stimmungen deiner Serien.
Fokussiere auf Hände, Schuhe, Haltungen, Rucksäcke. Erzähle von Müdigkeit, Vorfreude oder Eile über Körperhaltung statt über Gesichtszüge. Nutze Spiegelungen und Ausschnitte, um Identitäten zu schützen. Drei Bilder hintereinander ergeben oft bereits eine starke Miniatur, die respektvoll Nähe spürbar macht und dennoch Distanz wahrt.
Baue Serien rund um Pfützen, beschlagene Scheiben oder Wind in Jackensäumen. Halte denselben Ort an trockenen, regnerischen und nebligen Tagen fest. Notiere, wie sich Geräusche und Menschenfluss ändern. Diese Beobachtung schärft deinen Sinn für Atmosphäre und bildet verlässliche Ausgangspunkte für wiederkehrende Übungen.